Kleine Räume groß machen – mit Farbe und Einrichtung alles herausholen

 

In einer engen Küche oder einem Mini-Bad fühlt man sich leicht bedrängt und unwohl. Doch mit geschickter Gestaltung lassen sich kleine Räume optisch weiten. Und mit platzsparender Einrichtung wird jeder Quadratzentimeter optimal genutzt. Egal, wie klein ein Wohnraum ist – mit der richtigen Farbauswahl und pfiffiger Gestaltung von Wänden, Decke und Boden wirkt er deutlich großzügiger.

Foto: SCHÖNER WOHNEN-Farbe

Gezielte Farbgebung

Helle Farben lassen die Wände scheinbar zurücktreten und sorgen für Raumtiefe. In kleinen Räumen sind deshalb lichte, zurückhaltende Beige-, Sand- oder Grautöne und natürlich Weiß die erste Wahl. Vor allem bei geringer Raumhöhe darf gerne mit Abstufungen gearbeitet werden. Dabei wird die Decke im hellsten Ton gehalten, sodass ein luftiges Flair entsteht, Nischen und Fensterlaibungen werden durch hellere Farbtöne abgesetzt.

Umgekehrt lassen Farbkontraste und kräftige, grelle Farben Räume kleiner wirken. „Das kann man sich zum Beispiel in einem langgezogenen Flur zunutze machen, indem man die kleine Wand knallig streicht und sie so optisch heranholt“, schlägt Miss DIY Kerstin Weiser vor.

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Großzügige Flächen

Genauso wichtig wie Farben sind Muster. „Sie wirken schnell unruhig. In einem kleinen Raum sollte man sich deshalb beim Wandanstrich oder auf der Tapete auf ein Muster konzentrieren und auch nur eine Wand damit gestalten“, rät Kerstin Weiser. „Bei kleinen Räumen sind große Fliesenformate mit entsprechend geringem Fugenanteil eine gute Wahl.“ Werden an den Badzimmerwänden und auf dem Boden außerdem die gleichen Fliesen verwendet und vielleicht sogar eine barrierefreie Dusche eingebaut, treten Konturen in den Hintergrund und der Eindruck von Großzügigkeit wird verstärkt.

Auch für andere Bodenbeläge gilt: Gefragt sind möglichst große Formate und homogene Flächen, beispielsweise breite Laminatbohlen mit einer gleichmäßigen, dezenten Maserung. „Im Idealfall werden mehrere Räume mit einheitlichen Bodenbelägen gestaltet“, erklärt die Miss DIY.

Sobald Linien ins Spiel kommen, verdient ihre Richtung besondere Beachtung: Vertikale Linien strecken die Räum in die Höhe; lange, horizontale Linien weiten ihn optisch.

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Effekte mit Glas und Licht

Gerne genutzte Gestaltungsmitteln in kleinen Räumen sind Spiegel. Sie reflektieren nicht nur Licht, sie zeigen gleichzeitig ein zusätzliches Stück Raum. Nahezu denselben Effekt haben glänzende Fliesen oder lackierte Möbelfronten. „Spiegel und andere reflektierende Oberflächen bieten schöne Möglichkeiten, Räume optisch zu vergrößern. Sie sollten allerdings nicht gegenüber einer gemusterten Wand angebracht und auch nie direkt angestrahlt werden“, warnt Kerstin Weiser.

Ausreichende Beleuchtung ist in kleinen Räumen besonders wichtig. Dank filigraner LED-Lösungen lassen sich unterschiedliche Lichtpunkte setzen, die kaum Platz beanspruchen.

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Stauraumplanung mit System

Eine noch so durchdachte Gestaltung bringt jedoch wenig, wenn der Raum anschließend mit Möbeln vollgepackt wird. „Für die Einrichtung gilt generell: Weniger ist häufig mehr“, so das Motto von Miss DIY Kerstin Weiser. Die erste Frage ist also: Was muss unbedingt untergebracht werden?

Im Bad sind die Sanitärobjekte ein Muss, klar. Aber die Handtücher, oder zumindest ein Teil davon, finden möglicherweise in einem anderen Raum Platz. Nicht alle Schuhe und alle Handtaschen müssen zwingend im Flur und nicht alles Geschirr in der Küche untergebracht werden. Eine Prioritätenliste ist deshalb ein guter Start für die Stauraumplanung.

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Nischen und Raumhöhen

Dann geht es darum, möglichst jede Nische nutzbar zu machen. Was ich täglich brauche, gehört in Reichweite. Was weniger oft benutzt wird, muss nicht mit einem Griff erreichbar sein. „Viele Räume bieten versteckten Stauraum“, erinnert Kerstin Weiser. „So lässt sich der tote Bereich über einer Tür gut nutzen, indem ein Regal angebracht wird.“

Regale gibt es in nahezu allen denkbaren Formaten. Besonders praktisch sind verstellbare Teleskopregale. Allerdings wirken offene Fächer leicht unaufgeräumt. Und es passt weniger rein als in Schübe. Außerdem bringen geschlossene Fronten Ruhe in den Raum. Meist zeigt sich beim Abmessen jedoch: Unschöne Lücken sind schwer vermeidbar. „Für den Bereich hinter der Tür im engen Flur oder kleinen Bad genau wie für Dachschrägen lohnt es sich oft, Regale oder Schubfächer maßgeschneidert anzufertigen“, sagt Kerstin Weiser. Ein Vorteil des Eigenbaus ist: Die Schränke können bis zur Decke reichen und die Raumhöhe voll ausnutzen. Denn nicht nur in Altbauten bietet die Raumhöhe Potenzial. Ein Hänge- oder Spiegelschrank schafft auch im Neubau wertvollen zusätzlichen Stauraum.

Foto: DIY Academy

Geschickte Möblierung

Genau wie bei der Wand- und Bodengestaltung lässt sich auch bei der Möblierung der optische Eindruck mit ein paar Tricks verändern. Ein großer Schrank wirkt auf zierlichen Beinen weniger wuchtig als auf klobigen Füßen. Die glatten Türen einer Kommode kommen großzügiger daher als kleinteilig strukturierte Türflügel. Glastüren muten leicht und transparent an. Und beleuchtete Regalrückwände geben dem Raum Tiefe, besonders, wenn sie aus Metall bestehen oder glänzend lackiert sind.

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Heizkörper optimieren

Bei Altbauten werden im Zuge von energetischen Sanierungen Heizkörper oft zum Thema. Vor allem, wenn eine Wärmepumpe eingebaut und die Heizflächen dafür vergrößert werden sollen. Die platzsparendste Lösung ist zwar eine Fußbodenheizung. Doch auch Flächenheizkörper, die weniger in den Raum ragen, können eine deutliche Verbesserung bringen, sowohl energetisch als auch optisch. Wird am alten Rohranschluss eine vertikale Heizung angebracht, entsteht zudem Freiraum an der Wand daneben. Der reicht vielleicht für eine schmale Garderobe.

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Problem Türöffnungen

Innenraumtüren kosten in dem Raum, in den sie öffnen, gut einen Quadratmeter. Ärgerlich ist, wenn davon der kleine Flur betroffen ist und dahinter das große Schlafzimmer liegt. Hier würde es sich anbieten, den Türanschlag umzubauen. Doch diese Lösung kommt nur für Eigentümer und für Mieter mit Zustimmung des Eigentümers in Frage.

Es geht aber auch einfacher, so Kerstin Weiser: „Zwischen Wohnräumen sind Türen manchmal verzichtbar. Dort kann beispielsweise mit Hilfe einer Teleskopstange im Türrahmen ein Vorhang oder eine Schiebegardine als platzsparender Raumteiler dienen.“

4 Tipps für niedrige Räume

In einer Wohnung mit niedriger Decke hat man leicht das Gefühl, erdrückt zu werden. Vor allem große Menschen können davon ein Lied singen. Baulich lässt sich da zwar kaum etwas machen, doch optische Tricks können das Wohlbefinden verbessern.

Tipp 1: Weiß, hellgrau oder beige gestrichene Decken vermitteln ein Gefühl von Höhe und Luftigkeit.

Tipp 2: Der Effekt lässt sich noch verstärken, indem der Farbton der Decke über die Raumecke hinweg einige Zentimeter auf die Wände reicht. Im Altbau liegt das manchmal durch einen Stuckrand ohnehin nahe.

Tipp 3: Durch Tapeten mit vertikalem Muster, Farbstreifen im Wandanstrich oder auch sichtbaren vertikalen Holzmaserungen in den Möbeln werden die Wände in die Höhe gestreckt.

Tipp 4: Auch die geschickte Platzierung der Beleuchtung schafft Höhe. Ideal sind an der Wand befestigte, nach oben gerichtete Spots oder Deckenfluter.

 

Text und Bilder von: DIY Academy – Do it Yourself & Heimwerken für Anfänger & Profis (diy-academy.eu)

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